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Mardi Gras Indians

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Shallow Water O Mama..I Ain't Lookin' For No Trouble. But I Ain't Gonna Run.

Am Morgen des Black Carnival. Angeführt von ihren Spy Boys in vielfarbigen Federkostümen, setzen sich die Züge unter perkussivem Getoese in Bewegung. Die Wild Magnolias sind sicherlich der Bekannteste und Faszinierendste, und in ihrer Mitte der Big Chief Bo Dollis- Majestätisch und stolz.

"Meet Deh Boys On Deh Battlefront"

Ein Kriegsruf der die afrikanisch-indianische Tradition von New Orleans lebendig werden lässt

Super Sunday Showdown

Der heisse schrille Wettkampf der mächtigsten Stämme findet am Sonntag vor St. Joseph's day statt. Hier zeigt sich, wessen 'Big Chief' die kräftigste Stimme und welcher Stamm die wildesten funky Rhythmen schlägt.

An diesem Sonntagmorgen fanden sich Dr. John, Willie Tee, Champion Jack Dupree, die Rebirth Brass Band und natürlich Big Chief Bo Dollis und die Wild Magnolias, sowie die Golden Eagles mit ihrem Häuptling Monk Boudreux ein.

Champion Jack Dupree, ein 'Spy Boy' der Yellow Pocahantas in den späten 20er Jahren, war auf einem seiner seltenen Besuche in seiner Heimatstadt und liess es sich nehmen an diesem Spektakel teilzunehmen.

In "Street Talk" zeigt sich Dr. John als excellenter Rapper der 'Old School', in "Keeper Of The Golden Crown" spielt er einen heissen Mississippi - Gitarren - Groove.

Willie Tee arbeitete in den 70er Jahren mit den Wild Magnolias zusammen und schrieb viele der neueren Indian Songs. Schon im ersten Titel des Albums "Shoo Fly" heizen blechmonumental die Youngsters der Street Marching Bands The Rebirth Brass Band ein: 3 Trompeten, Bass- und Snare Drums und eine alles überagende Tuba (gespielt von dem spindeldürren Philip Frazier).

Eine buntschillernde Woge aus Federhauben, Rhinestones geschmückten Speeren 'Rollin & Rockin' : das ist der

Supersunday Showdown in New Orleans

Die Ursprünge

Die Wurzeln der Mardi Gras Indians reichen bis in die frühen Jahre des 18.Jahrhunderts, als die ersten westafrikanischen Sklaven nach Louisiana kamen.

In der gemeinsamen spirituellen Sprache der percussiven Rhythmen fanden sich schnell intensive Beziehungen zwischen den dort lebenden Indianern - den Chickasaw und Natchez - und den hauptsächlich aus Sene-Gambia stammenden Afrikanern. Entflohene Sklaven wurden von den Stämmen aufgenommen.

Auf dem Congo Square entwickelte sich ein reges Treiben - Handel, Sport (das beliebte Raquett, dem heutigen Fussball nicht unähnlich) und vor allem ein, von dröhnenden Trommeln unterstütztes Tanzen und Lieben, liess schon früh den Begriff 'Griffon' entstehen - The Black Indian.

Für die rechtlosen Afro-Amerikaner wurde der Indianer zum Symbol der Freiheit und Rebellion, kulturell verbanden sie sich in den Zeremonien des Voodoo und in dem Ende des 19.Jahrhunderts auftauchenden Phänomen der Mardi Gras Indians, des new Orleans Carneval.

Der Big Chief

die ersten Staemme waren die Yellow Pocahantas und The Creole Wild West Tribe , die sich auch bis Ende der 20er Jahre bekriegten. Es wird von einigen Toten und Schwerverletzten bei den traditionellen Faschingsumzügen am Fetten Dienstag berichtet. Die Stämme waren streng hierarchisch geordnet, an ihrer Spitze der Big Chief, von unumschränkter Autorität, gefolgt von diversen 2nd-3rd Chiefs und dem Spy- Boy.

Der Spy-Boy erkundet das Terrain, provoziert die feindlichen Stämme. Er ist bewaffnet mit Tomahawk und Speer.

Vor allem aber ist es die Pracht der Kostüme, die das Prestige des Häuptlings ausmacht. Buntschillernde Federhauben, mit Halbedelsteinen und glitzernden Pailetten besetzte Kleider, zeugen von der Faszination, die von der indianischen Kultur ausgeht

"Es ist als würdest du eine andere Identität annehmen, wenn du die Federhaube trägst", sagt Charles Neville.

Der Mensch ist ist sein eigenes Kunstwerk von der Tristesse des Alltags befreit